Dario Amodei, CEO von Anthropic, hat kürzlich eine Prognose gewagt, die eine ganze Berufsgruppe aufschrecken lässt: Die Ära, in der Menschen Code tippen, neigt sich dem Ende zu.
In der Tech-Welt herrscht Aufregung. Was vor zwei Jahren noch wie Science-Fiction klang, wird nun von den führenden Köpfen der Branche als unmittelbare Realität prophezeit. Dario Amodei, CEO von Anthropic, dem Unternehmen hinter der KI „Claude“, hat kürzlich eine Prognose gewagt, die eine ganze Berufsgruppe aufschrecken lässt. Angeblich die die Ära, in der Menschen Code tippen, bald zu Ende.
Laut Amodei berichten bereits heute Ingenieure innerhalb seines eigenen Unternehmens, dass sie kaum noch manuell programmieren. Stattdessen lassen sie die KI-Modelle den Code schreiben, während sie selbst nur noch die Rolle des Editors und Strategen einnehmen. Doch Amodei geht noch einen Schritt weiter. In einer Diskussionsrunde beim Weltwirtschaftsforum in Davos (Januar 2026) deutete er an, dass wir nur noch 6 bis 12 Monate davon entfernt sein könnten, dass KI-Modelle den gesamten Software-Entwicklungsprozess „End-to-End“ übernehmen können.
„Wir sind vielleicht nur noch ein Jahr davon entfernt, dass das Modell den Großteil, wenn nicht sogar alles erledigt, was ein Software-Ingenieur heute tut.“ – Dario Amodei
Vom Handwerker zum Architekten
Was bedeutet das konkret für Sie, wenn Sie in der IT-Branche tätig sind oder planen, dort einzusteigen? Der Fokus verschiebt sich fundamental. Das Auswendiglernen von Programmiersprachen verliert an Wert. Die KI beherrscht Python, Rust oder C++ bereits auf Expertenniveau. Die Aufgabe des Menschen wird es sein, das „Was“ und „Warum“ zu definieren. Wie greifen verschiedene Systeme ineinander? Welche Sicherheitsarchitektur ist notwendig? Software-Engineering wandelt sich zur Qualitätssicherung. Man prüft, korrigiert und orchestriert KI-Agenten, anstatt selbst in der IDE zu tippen.
Vision oder Hype?
Nicht alle Experten teilen Amodeis extremen Zeitplan. Während Unternehmen wie Microsoft und Google DeepMind, dessen CEO Demis Hassabis ähnliche Tendenzen sieht, massiv in diese Automatisierung investieren, gibt es auch kritische Stimmen. Kritiker weisen auf Plattformen wie Reddit und Hacker News darauf hin, dass KI zwar schnell 90 % eines Projekts erstellt, die restlichen 10 % wie Fehlerbehebung aber oft genauso lange dauern wie das gesamte Projekt ohne KI. Ein Großteil der weltweiten Infrastruktur läuft auf altem Code. Diese komplexen, historisch gewachsenen Systeme benötigen weiterhin menschliches Verständnis, das über reine Mustererkennung hinausgeht. KI kann zwar Code schreiben, aber sie kann keine rechtliche oder ethische Verantwortung für Sicherheitslücken oder Systemausfälle übernehmen.
Fazit
Ob es nun 12 Monate oder 5 Jahre dauert, der KI-Trend scheint unumkehrbar. Die reine Dienstleistung des Programmierens wird zunehmend entwertet. Wer jedoch versteht, wie man KI-Systeme steuert und komplexe Geschäftsprobleme in technische Architekturen übersetzt, wird seinen Job wohl behalten. Wirft man einen Blick auf die aktuelle Entwicklung von Windows 11 und die vielen Fehler und Probleme des Betriebssystems, und unterstellt man, dass der Code KI-generiert ist, sollte man als Software-Unternehmen vielleicht doch nicht seine besten Programmierer durch KI ersetzen. Aber Unternehmen, die an der falschen Stelle sparen, begeben sich in eine unaufhaltsame Abwärtsspirale. Während Big Tech immer mehr Coding durch KI erledigen läßt, lehnt die Open-Source-Community KI-generierten Code größtenteils komplett ab.

