Warum man Cloudflare nicht verwenden sollte- abseits der aktuell häufigen Ausfälle

Es gibt gute Gründe, Cloudflare nicht zu nutzen. Datenschutz- und sicherheitsrelevante Implikationen, digitale Souveränität, Blockierung von legitimem Traffic, nachrichtendienstliche Interessen, Abhängigkeit, Komplexität…

Der selbst verursachte Man‑in‑the‑Middle‑Angriff

Die Nutzung von Cloudflare bringt mehrere potenzielle Nachteile mit sich, die es für bestimmte Nutzer oder Websites ungeeignet machen können. Ein zentrales Problem sind die datenschutz- und sicherheitsrelevanten Implikationen, die sich daraus ergeben, dass ein Drittanbieter verschlüsselte Kommunikation entschlüsselt und einsehen kann. Damit betreiben die Nutzer gewissermaßen eine Art Selbst‑Man‑in‑the‑Middle‑Angriff und gestatten einem teils regierungsnahen Unternehmen Zugriff auf einen beträchtlichen Anteil des Internetverkehrs. Dies wirft insbesondere für europäische Anwender gewichtige Fragen der Privatsphäre und der digitalen Souveränität auf, da ein US‑amerikanisches Privatunternehmen einen großen Teil der Internetinfrastruktur und des Datenflusses kontrolliert.

Verlängerte Ladezeiten der eigenen Webseite und Timeouts

Der kostenlose Tarif von Cloudflare ist ausdrücklich für den persönlichen oder hobbymäßigen Gebrauch konzipiert und nicht für geschäftskritische Anwendungen. Der Einsatz in gewinnorientierten Projekten kann deshalb zu technischen Ausfällen, Umsatzeinbußen und mangelhafter Notfallwiederherstellung führen, weil Support fehlt und unerwartete Beschränkungen greifen können. Selbst kostenpflichtige Tarife bergen potenzielle Leistungsrisiken, etwa erhöhte Latenzzeiten (Laufzeit des Signals, kurz: Verzögerung beim Seitenaufruf), insbesondere für regional ausgerichtete Websites. Dies passiert aufgrund suboptimaler (schlechter) Routing‑Entscheidungen, bedeutet: Der Aufruf der Webseite läuft über viele Server und ist einfach langsam. Einige Nutzer berichten, dass selbst Pro‑Konten über weit entfernte Rechenzentren (z. B. Singapur) geleitet werden, was den Zugriff für lokale Besucher deutlich verlangsamt.

Der Dienst kann zudem negativ auf Seitenperformance und Verfügbarkeit wirken. Nach Aktivierung von Cloudflare wurden von Anwendern wiederholt Timeouts (Fehler 522), verlängerte Ladezeiten und temporäre Ausfälle beobachtet. Verbesserungen traten mitunter erst nach Entfernung des Dienstes ein. Dies ist teilweise auf die zusätzliche Netzwerkstation und auf mögliche Fehlkonfigurationen bei Caching‑ oder Sicherheitsregeln zurückzuführen.

Sicherheitsfunktionen, die Webseiten-Besucher frustrieren

Auch die Sicherheitsfunktionen von Cloudflare, etwa Web Application Firewall (WAF) und CAPTCHA‑Mechanismen, sind dafür bekannt, False‑Positives zu erzeugen und damit legitimen Traffic – inklusive wichtiger Bots von Suchmaschinen – zu blockieren, was nicht nur die Nutzererfahrung und die Zugänglichkeit beeinträchtigen kann, sondern auch für das Ranking und die Indexierung der Webseite negativ ist. Insbesondere das CAPTCHA‑System wird wiederholt als übermäßig restriktiv kritisiert und führt nach Berichten zu einem dauerhaften CAPTCHA‑Hindernis, das Nutzer frustriert.

Nachrichtendienstliche Interessen?

Darüber hinaus muss das Geschäftsmodell von Cloudflare kritisch hinterfragt werden. Demnach könnten Dienste von Cloudflare, einschließlich der kostenfreien Infrastruktur von Betreibern illegaler oder schädlicher Angebote genutzt werden, während Missbrauchsmeldungen nicht ausreichend verfolgt werden. Diese nachlässige Handhabung steht im Kontrast zu Fällen, in denen andere Plattformen (etwa Megaupload) wegen Förderung von Urheberrechtsverletzungen geschlossen wurden. Das nährt Spekulationen über mögliche nachrichtendienstliche Interessen hinter der Zurückhaltung.

Fazit

Cloudflare erhöht die Komplexität der Infrastruktur und schafft eine Abhängigkeit, die Fehlerdiagnose und Troubleshooting erschweren kann, da sich schwer feststellen lässt, ob Probleme beim Hosting‑Provider, bei Cloudflare oder bei der Website selbst liegen. Für Websites, die bereits durch ihren Hoster gut abgesichert sind — etwa mit integriertem DDoS‑Schutz, Caching und optimiertem DNS — bringt das Hinzufügen von Cloudflare oft nur geringen Nutzen und kann mehr Probleme verursachen als lösen.

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