NTFSPlus ist ein neu entwickelter NTFS-Treiber für den Linux-Kernel, der von Namjae Jeon konzipiert wurde, um eine performante, funktionsreiche und präzise Lese-/Schreibimplementierung für das Microsoft-Dateisystem bereitzustellen.
NTFSPlus ist der Name eines neuen NTFS-Treibers für den Linux-Kernel. Das Ziel besteht darin, eine leistungsstarke, funktionsreiche und präzise Lese-/Schreib-Treiberimplementierung für dieses bekanntermaßen schwierige, proprietäre Microsoft-Dateisystem zu entwickeln.
Die Geschichte
Historisch gesehen stützte sich das Linux-Ökosystem auf drei separate Treiber, um das proprietäre Dateisystem von Microsoft anzubinden. Der ursprüngliche NTFS-Treiber im Kernel bot im Allgemeinen nur den schreibgeschützten Modus, da die Schreibunterstützung als unzuverlässig galt. Nachdem er nicht mehr gepflegt wurde, wurde er aus dem Linux-Kernel vollständig entfernt. Ein weiterer Treiber ist der „ntfs3“-Treiber von Paragon Software. Er wurde in Linux 5.15 zum Kernel hinzugefügt, unterstützt sowohl Lesen als auch Schreiben, befindet sich jedoch derzeit im Wartungsmodus, wird also nicht mehr weiterentwickelt.
Der Userspace-Treiber NTFS-3G war lange Zeit die einzige weit verbreitete Implementierung eines NTFS-Treibers mit Lese-/Schreibzugriff für Linux. Er ist jedoch tendenziell langsam und benötigt mehr CPU-Leistung, insbesondere beim Verschieben großer Dateien oder einer großen Anzahl von Dateien. Zudem ist er weniger leistungsfähig als Kernel-Implementierungen, insbesondere auf großen, modernen Laufwerken.
Die Herausforderungen, mit denen sich all diese Treiber konfrontiert sehen, sind größtenteils darauf zurückzuführen, dass sich die Entwickler auf die begrenzte Dokumentation verlassen mussten, die Microsoft für das NTFS-Dateisystem öffentlich zugänglich gemacht hat, sowie auf umfangreiches Reverse Engineering. Diese unglückliche Situation hat die Entwicklung eines Linux-Treibers für NTFS erschwert.
Das Wesentliche
Der NTFSPlus-Treiber basiert auf dem klassischen In-Kernel-NTFS-Treiber und erweitert diesen mit modernen Kernel-APIs für NTFS-3.x-Kompatibilität.
NTFSPlus wird vollständig transparent entwickelt, mit Updates auf Kernel-Mailinglisten und einem öffentlich zugänglichen „ntfs-next“-Git-Branch. Der Treiber zielt auf bessere Dokumentation, fsck-ähnliche Reparaturwerkzeuge und Integration mit Standard-Linux-Dateisystemfunktionen ab. Der Treiber ist derzeit als experimentell gekennzeichnet.
Fazit
NTFSPlus könnte die langjährigen NTFS-Probleme unter Linux lösen und erstmals eine vollständig in den Kernel integrierte, gut gewartete Lösung mit professionellen Reparaturwerkzeugen bieten.

