Bei Microsoft hat man das Ziel formuliert, bis zum Jahr 2030 jede einzelne Zeile C- und C++-Code zu eliminieren. Hintergrund ist die Anfälligkeit dieser Sprachen für Speicherfehler, die historisch für rund 70 % aller Sicherheitslücken in Windows-Produkten verantwortlich sind.
Rust und KI-Automatisierung
Anstatt den gesamten Code manuell umzuschreiben, setzt Microsoft auf eine Kombination aus modernster Technologie. Rust soll als Programmiersprache C/C++ ersetzen, da diese Sicherheit auf Systemebene garantiert, ohne die Performance zu beeinträchtigen. Microsoft nutzt eine eigene Infrastruktur, bei der KI-Agenten von klassischen Programmanalyse-Algorithmen gesteuert werden. Dies soll helfen, Milliarden von Codezeilen automatisiert zu verstehen, zu transformieren und zu verifizieren. Das Produktivitätsziel lautet: „1 Ingenieur, 1 Monat, 1 Million Zeilen Code“. Dies verdeutlicht, dass die Umsetzung dieses Projektes nur durch massive Automatisierung erreicht werden kann.
Wichtige Klarstellung
Microsoft hat klargestellt, dass kein sofortiger Rewrite von Windows erfolgen wird. Es handele sich primär um ein Projekt einer Forschungsgruppe („Future of Scalable Software Engineering“). Es ist (noch) kein offizieller, unternehmensweiter Fahrplan für Windows 12 oder Ähnliches, sondern ein technologisches Pionierprojekt.
Fazit
Die Sicherheit von Windows zu erhöhen ist eine noble Grundidee. Aber man muss auch sehen, dass dies einer der massivsten Einsätze von KI in der Software-Entwicklung wäre. Ob hier der Sicherheitsgedanke nur vorgeschoben wird und es sich stattdessen eher um ein Projekt zur Arbeitskräftereduzierung in der Zukunft handelt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

