Linux Mint 22.3 „Zena“ ist ein Point-Release, das auf Ubuntu 24.04.3 LTS basiert. Es bietet Langzeitsupport bis 2029 und konzentriert sich vor allem auf die Verbesserung der Benutzererfahrung.
Das Wesentliche
Das Highlight des Releases ist der neue Cinnamon-Desktop in Version 6.6, bei dem das Startmenü komplett redesigned wurde. Es bietet nun eine Seitenleiste für den schnellen Zugriff auf den Avatar des Nutzers, wichtige Orte und Favoriten. Das Layout ist hochgradig anpassbar, die Suchleiste kann oben oder unten platziert werden, und Kategorien können entweder mit farbigen oder schlichten symbolischen Icons dargestellt werden.
Die Handhabung von Tastaturlayouts wurde modernisiert, was insbesondere Nutzern zugutekommt, die zwischen mehreren Sprachen oder Eingabemethoden wechseln.
Es gibt neue, bzw. stark überarbeitete Tools. Die System-Informationen (früher Systemberichte) wurden erweitert und bieten jetzt detaillierte Hardware-Diagnosen. Es gibt neue Anzeigen für USB-Geräte, GPU-Details, PCI-Komponenten und BIOS-Informationen. Komplett neu ist die App System-Administration, ein grafisches Werkzeug, mit dem Nutzer GRUB-Einstellungen wie das Boot-Menü oder Timeouts verwalten können, ohne Textdateien manuell bearbeiten zu müssen.
Auch einige Standard-Apps wie der Nemo-Dateimanager haben Updates erfahren. Dateioperationen wie Kopieren oder Verschieben können jetzt pausiert und später fortgesetzt werden. Zudem wurde ein neuer Vorlagen-Manager integriert. In Timeshift können Snapshots jetzt pausiert werden. Timeshift ist ein Programm, das System-Snapshots erstellt, um im Falle eines Problems mit dem Betriebssystem wieder zu einem vorherigen funktionierenden Stand zurückkehren zu können. Auch Mint Backup hat eine neue Schaltfläche erhalten, um alle Dateien und Ordner, einschließlich versteckter, mit einem Klick in das Backup einzuschließen. Das Tool Warpinator für den Datenaustausch unterstützt nun IPv6 und das Versenden von kurzen Textnachrichten.
Auch unter der Haube hat sich einiges getan. Das Release nutzt standardmäßig den Kernel 6.14 (HWE), um eine bessere Hardware-Unterstützung für neuere Komponenten zu gewährleisten. Die Arbeit an der Wayland-Kompatibilität wird fortgesetzt, was Cinnamon zukunftssicherer macht. Wie gewohnt verzichtet Mint standardmäßig auf Snap-Pakete und setzt stattdessen auf klassische DEB-Pakete und Flatpaks.
Upgrade-Pfad
Nutzer von Linux Mint 22, 22.1 oder 22.2 können direkt über die Aktualisierungsverwaltung auf die Version 22.3 umsteigen. Eine Neuinstallation ist nicht erforderlich. Wer das neue Menü-Design nicht mag, kann übrigens jederzeit über die „Cinnamon Spices“ zum klassischen Layout zurückkehren.
Fazit
Mein Test mit Linux Mint 22.3 auf einem Office-PC hat ergeben, dass diese Version den LTS-Status (langfristiger Support bis April 2029) verdient. Bereits der erste Start nach der Installation verlief flüssig, ohne dass es zu Verzögerungen oder Problemen mit der Benutzeroberfläche kam. Das Systeminformations-Tool funktionierte wie angekündigt. Die neu hinzugefügten Seiten zeigten die Hardware-Details korrekt an. Außerdem schlug die Funktion „Systemberichte“ Maßnahmen vor, die überprüft oder ignoriert werden konnten. Da mein System nicht abgestürzt war, war die Seite „Absturzberichte“ leer. Die Anpassung des App-Menüs war ganz einfach. Die Optimierungsoptionen waren umfangreich, ohne überladen zu wirken. Alles in allem ist Mint 22.3 ein sehr gelungenes Release.

