Jedes zweite deutsche Unternehmen nutzt Cloud-Dienste. Die Nachteile dieser Entscheidung.

Das Statistische Bundesamt berichtet, dass 54 % der deutschen Unternehmen mit mindestens 10 Beschäftigten im Jahr 2025 kostenpflichtige Cloud-Services nutzen. Nimmt die Cloud-Nutzung zu, steigen auch die Abhängigkeiten.

Das Wesentliche

Großunternehmen (ab 250 Beschäftigten) nutzen Cloud-Services mit 86 % deutlich häufiger als mittlere (65 %) und kleine Unternehmen (51 %). Der Sektor Information und Kommunikation weist mit 88 % die höchste Nutzungsrate auf, während Gastgewerbe (45 %) und Verkehr/Logistik (43 %) zurückliegen.

Die am häufigsten genutzten Cloud-Anwendungen sind E-Mail-Dienste (76 %), Datenspeicherung (71 %) und Office-Anwendungen (68 %). ERP- und CRM-Softwarelösungen werden vergleichsweise selten als Cloud-Services eingesetzt (jeweils 23 %).

Die Erhebung zeigt eine zunehmende Digitalisierung der deutschen Wirtschaft, wobei die Akzeptanz von Cloud-Technologien stark von Unternehmensgröße und Branche abhängt.

Standpunkt

Der Umzug in die Cloud bietet zwar enorme Vorteile bei der Skalierbarkeit und Flexibilität, bringt aber auch spezifische Risiken und Nachteile mit sich, die Unternehmen sorgfältig abwägen müssen.

Einer der größten strategischen Nachteile ist die Bindung an einen spezifischen Cloud-Provider wie AWS, Azure oder Google Cloud. Diese Anbieter nutzen häufig eigene Technologien, sodass ein Wechsel zu einem anderen Provider technisch extrem aufwendig und teuer wird. Wenn der Cloud-Dienst erst einmal tief in die Infrastruktur eines Unternehmens integriert ist, hat es wenig Verhandlungsmacht bei Preiserhöhungen. Dieser sogenannte Vendor-Lock-In erzeugt eine beinahe totale Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und den Spielregeln des Cloud-Anbieters.

Trotz hoher Sicherheitsstandards der großen Anbieter bleibt das Thema Datenschutz komplex. Bei US-Anbietern stellt sich oft die Frage, inwieweit US-Behörden Zugriff auf Daten haben (Stichwort: Cloud Act), selbst wenn die Server in Europa stehen. Bestimmte Branchen, zum Beispiel das Gesundheitswesen oder der Finanzsektor, unterliegen strengen regulatorischen Anforderungen, die in einer fremden Cloud schwerer umzusetzen sind als im eigenen Rechenzentrum.

Unternehmen sollte klar sein, dass sie ein Stück weit die Kontrolle über ihre IT-Infrastruktur abgeben. Man hat keinen physischen Zugriff auf die Server und muss darauf vertrauen, dass der Anbieter im Hintergrund alles korrekt verwaltet. Auch Updates oder Wartungsarbeiten werden oft vom Provider vorgegeben, was nicht immer mit den internen Geschäftszeiten harmoniert.

Auch der Kostenfaktor spielt eine Rolle, denn die Cloud ist nicht automatisch günstiger. Ohne striktes Monitoring können die Kosten explodieren. Die Abrechnung nach Nutzung (Pay-as-you-go-Modell) kann bei unvorhergesehenem Lastanstieg zu hohen Rechnungen führen. Viele Cloud-Dienste bieten den Import von Daten kostenfrei an, berechnen aber hohe Gebühren für den Export, womit wir wieder beim Vendor-Lock-In sind.

Und zu guter Letzt besteht eine komplette Abhängigkeit von der Internetverbindung, denn ohne eine stabile und schnelle Internetleitung ist die Cloud nutzlos. Für Anwendungen, die niedrige Latenzen erfordern, kann die Verzögerung durch die Datenübertragung zum Rechenzentrum zu groß sein. Bricht die Leitung im Büro zusammen, ist das Arbeiten mit Cloud-Software sofort unterbrochen. Das Ausfallrisiko sollte also sorgfältig abgewogen werden.

Fazit

Die Nutzung von Cloud-Diensten ist heute für die meisten Unternehmen unverzichtbar, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wer jedoch „blind“ alles in die Cloud verlagert, tauscht On-Premise-Probleme gegen strategische Abhängigkeiten ein.

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