Horizon-Fans sind irritiert. Sony erstellt KI-generierte Aloy.

Sony hat eine KI-generierte Aloy erstellt. Ist ihnen die Ironie nicht bewusst? Horizon-Fans können es nicht fassen.

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Sony hat mit einem neuen KI-Experiment die Gamer-Welt aufgewühlt, und zwar auf eine Weise, die für viele Beobachter nicht nur technologisch enttäuschend, sondern auch inhaltlich höchst ironisch ist. Das Technologieunternehmen hat eine KI-generierte Version von Aloy geschaffen, der Hauptfigur der beliebten Horizon-Spieleserie. Was auf den ersten Blick wie ein Fortschritt wirken könnte, hat bei den Fans jedoch vor allem Entsetzen ausgelöst. Die Reaktion der Community ist eindeutig und lässt keinen Zweifel daran, dass der aktuelle Stand der Technik in diesem Bereich noch lange nicht bereit für den Einsatz in hochwertigen Spielen ist.

Der Kern des Problems liegt in der gewählten Vorlage. Aloy stammt aus der Horizon-Reihe, einer Saga, die sich zentral mit den Gefahren künstlicher Intelligenz beschäftigt. In dieser fiktiven Welt hat eine KI, bekannt als HADES, die Kontrolle über maschinelle Kreaturen übernommen und die Menschheit fast ausgelöscht. Die gesamte Handlung dreht sich darum, wie die verbliebenen Menschen gegen diese von Algorithmen gesteuerte Bedrohung kämpfen. Dass Sony nun genau diese Figur nutzt, um zu demonstrieren, wie KI-Charaktere in Spielen funktionieren können, wirkt für viele wie ein eklatanter Mangel an Selbstreflexion. Diese Diskrepanz zwischen der narrativen Botschaft des Spiels und der Realität des Experiments hat bei Fans und Kritikern für viel Kopfschütteln gesorgt.

Das Video, das ursprünglich von Sharwin Raghoebardajal, dem Direktor für Softwareengineering bei Sony, veröffentlicht wurde, zeigt eine prototypische Version der KI‑Aloy. Der Ingenieur stellt der digitalen Figur Fragen zu ihrem Leben, bevor er versucht, gemeinsam mit ihr Horizon Forbidden West zu spielen. Die KI soll dabei die Umgebung beschreiben, Gegner identifizieren und Strategien zur Bewältigung von Bedrohungen vorschlagen. Technisch basierte das Experiment auf einer Kombination aus verschiedenen großen Sprachmodellen wie GPT-4 und Llama 3 sowie Sonys eigener Technologie zur emotionalen Stimmensynthese. Zusätzlich kamen Tools wie OpenAIs Whisper für die Spracherkennung und Mockingbird für die Gesichtsanimation zum Einsatz. Obwohl der Prototyp auf einem PC lief, berichten Quellen, dass Sony auch Tests auf der PlayStation 5 durchgeführt hat.

Trotz des Einsatzes dieser fortschrittlichen Technologien war das Ergebnis für viele Zuschauer mehr als nur enttäuschend. Die Stimme der KI-Aloy klang monoton und künstlich, entfernt von der warmen und ausdrucksstarken Performance der originalen Synchronsprecherin. Die Gesichtsbewegungen wirkten steif und roboterhaft, was den Charakter unheimlich und leblos erscheinen ließ. Begriffe wie „gruselig“, „abscheulich“ und „verflucht“ tauchten in den Kommentaren auf, bevor das Video von YouTube entfernt wurde. Die Entfernung erfolgte nach einer Beschwerde von Muso, einem Urheberrechtsunternehmen, das Sony als Klienten hat. Dennoch hat sich das Video bereits in anderen Teilen des Internets verbreitet und die Debatte angefacht.

Die Kritik geht über die reine technische Qualität hinaus und berührt ethische Fragen der Spieleindustrie. Viele befürchten, dass solche Experimente der erste Schritt sind, um menschliche Künstler, Synchronsprecher und Programmierer durch KI zu ersetzen. Ein Nutzer formulierte diese Sorge treffend, indem er schrieb, dass die Führungskräfte die KI irgendwann als Ersatz für den menschlichen Faktor sehen könnten. Dies ist genau die dystopische Zukunft, die die Horizon-Spiele als Warnung darstellen. Die Ironie ist kaum zu übersehen, wenn ein Unternehmen, das eine Geschichte über die Bedrohung durch KI erzählt, nun genau diese Technologie nutzt, um menschliche Kreativität zu marginalisieren.

Andere große Player in der Branche folgen diesem Trend bereits. Nvidia hat mit Ace und Covert Protocol eigene Demos gezeigt, bei denen Spieler mit NPCs sprechen können. Microsoft arbeitet mit Inworld AI zusammen und entwickelt das Muse-Modell zur Generierung von Gameplay-Inhalten. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Branche fest davon überzeugt ist, dass KI die Interaktion in Spielen revolutionieren wird. Doch wie das Sony-Experiment mit Aloy deutlich macht, ist der Weg bis zu einer akzeptablen Qualität noch lang. Die aktuelle Technologie wirkt oft noch wie eine schlechte Kopie menschlicher Interaktion und verfügt nicht über die emotionale Tiefe, die gute Spiele ausmacht.

Fans hoffen nun, dass Sony und andere Entwickler die Kritik ernst nehmen und sich nicht nur auf die technischen Möglichkeiten, sondern auch auf die künstlerische Integrität konzentrieren. Die Bitte der Community lautet nicht, die Technologie abzulehnen, sondern sie verantwortungsvoll und mit Respekt vor der menschlichen Kreativität einzusetzen. Vielleicht wäre es an der Zeit, die Ressourcen besser zu nutzen und an Projekten wie einem Bloodborne-Remaster zu arbeiten, anstatt KI-Experimente durchzuführen, die mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben. Die Geschichte der Horizon-Reihe sollte als Mahnung dienen, nicht als Vorwand für die Automatisierung von Kunst.

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