Ein Teufelskreis für Windows-Nutzer: Populäre Windows-11-Apps benötigen immer mehr Arbeitsspeicher, während gleichzeitig die Hardware-Preise für RAM drastisch steigen. Natürlich aufgrund des AI-Hypes.
Der Trend zu Web-Wrappern
Viele bekannte Apps wie Discord, Microsoft Teams und WhatsApp sind keine nativen Windows-Anwendungen mehr. Stattdessen nutzen sie Frameworks wie Electron oder WebView2. Das bedeutet, vereinfacht gesagt, dass im Hintergrund eine Instanz eines Webbrowsers (meist Chromium) läuft, um die App darzustellen.
Durch diese Vorgehensweise ist der Ressourcenverbrauch hoch. Discord kann im Betrieb bis zu 4 GB RAM beanspruchen. Da die App auf Electron basiert, wird für jede Funktion und jeden Server im Grunde ein neuer Browser-Tab simuliert. Bei WhatsApp sieht es ähnlich aus. Die neue Version basiert auf WebView2 und verbraucht deutlich mehr Speicher als die alte, effiziente native UWP-Version (ca. 1,2 GB vs. früher 250 MB). Auch Microsoft Teams belegt trotz Umstellung von Electron auf WebView2 über 1 GB RAM im Leerlauf.
Warum machen Unternehmen das?
Der Hauptgrund ist wie immer der Kostenfaktor. Es ist günstiger und schneller, eine einzige Web-Codebasis für Windows, macOS und Linux zu pflegen, anstatt für jedes Betriebssystem eine eigene native App zu entwickeln.
Microsoft selbst geht auch nicht mit gutem Beispiel voran. Selbst systemeigene Funktionen (wie die neue Agenda-Ansicht in Windows 11) werden zunehmend als Web-Komponenten umgesetzt, was die Performance des gesamten Betriebssystems beeinträchtigt und natürlich mehr RAM benötigt.
Die Situation wird dadurch verschärft, dass die Preise für Arbeitsspeicher aktuell massiv steigen. Gründe hierfür sind Produktionskürzungen bei Herstellern (z. B. Micron zieht sich aus dem Endkundenmarkt zurück) und die enorme Nachfrage nach Speicher für KI-Rechenzentren.
Fazit
Während Hardware-Upgrades teurer werden, optimieren Entwickler ihre Software weniger auf Effizienz, sondern setzen auf Cross-Plattform-Webtechnologien. Dies führt dazu, dass PCs mit 8 GB oder sogar 16 GB RAM zunehmend an ihre Grenzen stoßen, selbst bei einfachen Kommunikationsaufgaben.
