Fünf Jahre später bringt Windows 11 einige Optionen zurück

Microsoft testet außerdem eine schmalere Taskleiste und ein besser anpassbares Startmenü.

Lesen Sie zauberhafte Geschichten oder Sachbücher zu den Themen Linux, KI und Open Source Software.  Marketingvideos, die Ihr Unternehmen sichtbarer machen. Einzigartige handgemalte Designs für Ihr Outfit, die es nur hier gibt.

Als Microsoft im Jahr 2021 das Betriebssystem Windows 11 auf den Markt brachte, war die Resonanz geteilt. Einerseits lobten viele Beobachter das frische Design mit den abgerundeten Ecken, den dezenten Transparenzeffekten und der modernen Ästhetik, die sich wohltuend von den harten Kanten der Vorgängerversion abhob. Andererseits war der Schock bei langjährigen Anwendern groß, da zeitgleich tiefgreifende funktionale Einschränkungen vorgenommen wurden. Besonders die Taskleiste und das Startmenü wurden stark verändert. Funktionen, die über Jahrzehnte hinweg zum Standard gehörten und die Arbeitsweise von Millionen Menschen prägten, fielen mit dem radikalen Redesign einfach weg. Nun, ein halbes Jahrzehnt später, lenkt der Softwarekonzern endlich ein. Die Veröffentlichung des neuen Windows-Insider-Preview-Builds zeigt, dass Microsoft die anhaltende Kritik der Nutzerschaft nicht länger ignorieren kann.

Es handelt sich um eine längst überfällige Kehrtwende. Die Neuerungen betreffen vor allem die Flexibilität der Taskleiste. Seit den Tagen von Windows 95 stand es den Anwendern frei, diese Leiste an den oberen, linken oder rechten Bildschirmrand zu verschieben. Mit der Einführung von Windows 11 verschwand diese Möglichkeit, und die Taskleiste war unumstößlich am unteren Rand verankert. Für Menschen, die an vertikale Layouts auf Breitbildmonitoren gewöhnt waren, bedeutete dies eine erhebliche Einschränkung ihrer Produktivität. Mit dem neuesten Update in den Testkanälen kehrt diese fundamentale Option nun endlich zurück. Anwender können die Taskleiste wieder frei an jedem der vier Bildschirmränder andocken.

Interessanterweise geht Microsoft bei dieser Reintegration sogar noch einen Schritt weiter als in der Vergangenheit. Die Anpassungsmöglichkeiten wurden modernisiert und erweitert. Es ist nun möglich, für jede Position der Taskleiste individuelle Verhaltensweisen festzulegen. Wer beispielsweise die Leiste am oberen Rand lieber mit zentrierten Symbolen nutzt, sie an den Seiten jedoch linksbündig ausrichten möchte, kann dies jetzt präzise konfigurieren. Auch die Steuerung von Symbolgruppierungen und Beschriftungen lässt sich auf die jeweilige Position abstimmen.

Ein weiterer großer Kritikpunkt der vergangenen Jahre betraf die Größe der Taskleistensymbole. Bisherige Versuche, die Leiste schmaler zu gestalten, führten oft nur dazu, dass die Symbole schrumpften, während der umgebende Balken klobig und platzraubend blieb. Auch dieses Problem wird nun angegangen. Die neue Option für kleinere Taskleistenknöpfe sorgt dafür, dass sich die gesamte Leiste proportional verkleinert. Dies ist eine gute Lösung für alle, die auf kleineren Bildschirmen arbeiten oder schlichtweg jeden Millimeter an vertikalem Arbeitsplatz maximieren wollen. Wenn die Taskleiste an den Seiten positioniert wird, passen sich sämtliche Menüs und Einblendungen wie das Startmenü oder die Schnelleinstellungen der neuen Ausrichtung passend an.

Neben der Taskleiste wird auch das Startmenü spürbar entschlackt. Seit dem Start von Windows 11 versuchte Microsoft vehement, den Nutzern KI-generierte Empfehlungen und angepinnte Standardanwendungen aufzudrängen. Viele empfanden diesen Bereich als überladen und störend. Die neuen Testversionen führen nun dedizierte Schalter ein, mit denen sich die verschiedenen Sektionen des Startmenüs deaktivieren lassen. Wer den Bereich der empfohlenen Inhalte oder die Liste aller Apps nicht sehen möchte, kann diese Elemente einfach ausblenden und erhält so ein saubereres, minimalistisches Menü.

Es bleibt jedoch ein fader Beigeschmack. Man muss sich fragen, warum es ein halbes Jahrzehnt voller Beschwerden und Softwarelösungen von Drittanbietern brauchte, um Funktionen wiederherzustellen, die bereits in Windows 7 perfekt funktionierten. Viele frustrierte Anwender haben in den letzten Jahren zu kostenpflichtigen Modifikationen gegriffen, um ihrem Betriebssystem die gewohnte Effizienz zurückzugeben. Obwohl die aktuellen Änderungen im experimentellen Kanal der Insider-Vorschau noch einige Fehler aufweisen und Funktionen wie die automatische Ausblendung an den Seitenrändern noch nachgebessert werden müssen, ist die Richtung erfreulich. Microsoft scheint im Jahr 2026 verstanden zu haben, dass echtes Design sich an den Bedürfnissen der Nutzer orientieren muss und nicht an starren ästhetischen Vorgaben. Die stabilen Versionen dieser Updates werden im Laufe des Jahres für die breite Öffentlichkeit ausgerollt.

Nach oben scrollen