Deezer: 44% neu hochgeladener Titel sind KI-generiert

Als weltweit einzige Streaming-Plattform kennzeichnet Deezer KI-generierte Musik transparent. Täglich werden fast 75.000 KI-Titel hochgeladen.

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KI-generierte Musik hat die Plattformen der Musikindustrie längst erreicht und Deezer liefert nun die ersten harten Zahlen dazu. Laut einem aktuellen Bericht vom April 2026 sind bereits 44 Prozent aller neu hochgeladenen Titel vollständig von KI erzeugt. Das bedeutet, dass der Streaming-Dienst täglich fast 75.000 solcher Tracks erhält, was auf mehr als zwei Millionen neue KI-Songs pro Monat hochgerechnet werden kann. Diese Entwicklung ist nicht mehr zu übersehen und stellt die gesamte Branche vor enorme Herausforderungen. Besonders auffällig ist jedoch die Diskrepanz zwischen der massiven Anzahl an Uploads und dem tatsächlichen Konsum. Während die Upload-Zahlen explodieren, machen KI-generierte Titel nur zwischen einem und drei Prozent aller Streams auf der Plattform aus.

Deezer reagiert auf diese Flut mit einer Reihe von Maßnahmen, die als Vorreiter in der Branche gelten. Das Unternehmen hat als einziges Streaming-Portal weltweit begonnen, KI-generierte Musik eindeutig zu kennzeichnen. Diese Transparenz ist entscheidend, da die meisten Nutzer gar nicht in der Lage sind, zwischen menschlicher und maschineller Musik zu unterscheiden. Eine von Deezer in Auftrag gegebene internationale Studie unter 9.000 Teilnehmern aus acht Ländern ergab, dass 97 Prozent der Befragten keinen Unterschied zwischen KI- und Menschenmusik hörten. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass 80 Prozent der Menschen dafür sind, dass rein KI-generierte Musik klar als solche gekennzeichnet wird.

Ein weiteres zentrales Problem ist der Missbrauch dieser Technologie für Betrug. Deezer hat festgestellt, dass 85 Prozent der Streams von KI-Songs als betrügerisch eingestuft werden müssen. Diese Streams werden nicht monetarisiert, das heißt, es werden keine Tantiemen dafür ausgezahlt. Deezer hat die Speicherung von Hi-Res-Versionen von KI-Titeln eingestellt und diese automatisch aus algorithmischen Empfehlungen sowie redaktionellen Playlists ausgeschlossen. So wird verhindert, dass diese Inhalte die Aufmerksamkeitsökonomie verzerren oder das Tantiemenniveau für echte Künstler verwässern.

Die Technologie zur Erkennung dieser Inhalte ist dabei ein wichtiger Baustein. Seit Januar 2025 nutzt Deezer ein patentiertes Werkzeug, das in der Lage ist, Signaturen von KI-Modellen wie Suno oder Udio zu identifizieren. Diese Technologie wurde bereits im Januar 2026 für die Lizenzierung an andere Akteure der Musikindustrie freigegeben, um einen breiteren Schutz zu gewährleisten. Alexis Lanternier, der CEO von Deezer, betont, dass KI-Musik längst kein Randphänomen mehr ist und dass das gesamte Ökosystem der Musik zusammenarbeiten muss, um die Rechte der Künstler zu schützen.

Die Zahlen zeigen auch, wie schnell sich die Situation verändert hat. Innerhalb eines Jahres ist die tägliche Anzahl der KI-Uploads von 10.000 auf 75.000 gestiegen. Ohne Gegenmaßnahmen würde diese Zahl weiter steigen und die Einnahmen der echten Künstler gefährden. Eine Studie der CISAC und PMP Strategy warnt bereits, dass bis 2028 rund 25 Prozent der Einnahmen der Künstler durch KI bedroht sein könnten. Das entspricht einem potenziellen Verlust von vier Milliarden Euro.

Deezer setzt daher auf Transparenz und faire Behandlung der Fans und Künstler. Die Plattform möchte sicherstellen, dass Nutzer wissen, was sie hören, und dass echte Künstler für ihre Arbeit angemessen bezahlt werden. Die Kennzeichnung von KI-Inhalten ist dabei nur der erste Schritt. Zukünftige Maßnahmen könnten darin bestehen, die Richtlinien für Lieferanten zu aktualisieren oder bestimmte Inhalte komplett zu demonetarisieren. Wichtig ist jedoch, dass diese Schritte sorgfältig abgewogen werden, um die Kreativfreiheit nicht unnötig einzuschränken.

Die Zukunft der Musik wird wohl ein Mix aus menschlicher und künstlicher Kreativität sein, doch die Rahmenbedingungen müssen klar geregelt sein. Deezer zeigt mit seinem Ansatz, dass es möglich ist, Innovation mit einem fairen Schutz der Urheberrechte in Einklang zu bringen. Die Branche steht vor einer kritischen Phase, in der Entscheidungen von heute über die Nachhaltigkeit des Musikschaffens von morgen entscheiden werden. Der Kampf gegen KI-Betrug und für Transparenz ist dabei kein optionales Extra mehr, sondern eine Notwendigkeit für das Überleben der kreativen Wirtschaft.

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